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Mal wieder eine Korridorparty…

März 24, 2007

… und diesmal musste man sich auch noch verkleiden.
Ich fasse mich mal kurz:
Anstelle des sonst üblichen von-Zimmer-zu-Zimmer-Gehens hatten wir diesmal in der Küche eine Art Bar, an der der Reihe nach von jedem Getränke (oder was Leckeres zum Essen) serviert wurden.

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Ansonsten gab es noch mehr lustige Kostüme, …

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… keine Mathematiker (Eigentlich wollte ich mich so verkleiden, dann war ich doch einfallsreicher… ein bisschen… ;-) ), …

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… aber andere Studenten in ihrer gewöhnlichen Arbeitskleidung, …

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… tolle Tanzeinlagen, …

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… Cocktails (hier ein Beweisfoto – das ist mein Glas! und ich hab’s wirklich ausgetrunken!), …

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… und etwas später – als auch einige Nicht-Korridorbewohner da waren – so manchen Anblick, den ich euch nicht vorenthalten will.

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(Herren in herunterrutschenden Miniröcken mit Stringtanga und Netzstrumpfhose drunter erspare ich euch mal… ;-) )

Außerdem haben wir auf dem Gang “Reise nach Jerusalem” gespielt. Eigentlich dachte ich immer, das Lustigste an diesem Spiel sei, wenn zwei Leute rumstehen, sich erstmal dumm angucken und dann beide nach dem letzten freien Stuhl suchen.
Auch nicht schlecht ist allerdings, wenn völlig unerwartet alle sitzen…
Und richtig lustig ist dann, wenn einige Momente später jemand aus der Küche gerannt kommt: “Who’s out? Who’s out?” – “You.” – “Oh…”

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Das Polytop des Tages

März 12, 2007

Nun ja… was wird das wohl sein?

Ja genau, das Ikosaederstumpf!

Das kennt ihr nicht? – Doch, ganz sicher!

Hier ist ein Bild davon, auf dem ich es schon einigermaßen suggestiv gefärbt habe:

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(Ich habe nämlich in letzter Zeit nicht nur Leinwände bemalt. ;-) )

Worauf ich eigentlich hinaus will, ist, dass ich gestern bei einer Nation seit recht langer Zeit endlich mal wieder Fußball gespielt habe. (Eigentlich habe ich direkt davor auch Volleyball gespielt, aber das war weniger cool und wäre eher ein Aufwärmtraining gewesen, wenn mir dabei bloß warm geworden wäre…)
Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß Fußball spielen macht, wenn man nur so zum Spaß spielt mit Leuten, denen das auch Spaß macht! – Es gab keine(!) unnötigen Fouls (okay, die gab’s sonst auch selten), keinen Zickenterror und vor allem war es so ruhig(!!!) beim Spiel :-) .

Hach… das war einfach unglaublich toll… Da geh ich jetzt öfter hin! Ich hatte mich nach den Jahren in der Damenmannschaft in Kleestadt schon so sehr an einen unglaublichen Lärmpegel und die Philosophie “Wer nicht selber schreit, wird angeschrien.” (das war dann nämlich allermeistens ich) gewöhnt. (Einfach unvergesslich sind übrigens auch Aussagen wie “Ich spiel aber nicht, wenn’s regnet oder kalt ist.” oder Mitspielerinnen, die sich ihre Fingernägel farblich passend zu den Fußballschuhen lackieren – in Neongelb!!)
Hier ist das nicht so. Wer keine Lust hat, bleibt einfach zu Hause, und alle, die da sind, werden in Mannschaften eingeteilt, spielen so ein Stündchen und verausgaben sich dabei beim Spielen und nicht beim Schreien.
Außerdem ist, wenn man in gemischten Mannschaften spielt, das Tempo natürlich viel höher, als es das bei uns immer so war :-) . (In Kleestadt war das Tempo nur dann hoch, wenn wir im Training mit den alten Herren zusammen gespielt haben. – Aber da gab’s dann auch immer welche, die angefangen haben rumzuzicken, wenn sie mal den Ball nicht bekommen haben oder so… Oh man…)

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I’ve got nothing to do today but smile :-)

März 12, 2007

So langsam geht meine dritte Study Period hier in Lund zu Ende.
Zu meinen Mathe-Vorlesungen gibt es im Moment nicht sonderlich viel zu sagen. Zahlentheorie (“Talteori“) bei Arne ist super, Wahrscheinlichkeitstheorie (“Sannolikhetsteori” oder Markus’ Freakshow) bei Tatyana ist… naja, Wahrscheinlichkeitstheorie (angewandte Mathe) eben … aber trotzdem ganz nett – auch wenn ich die Graphen und Polytope (“Polytrope“) während meines Deutschlandaufenthalts leider verpasst habe :-( . Übernächste Woche ist dann wieder eine Klausur.

Ansonsten wird es hier so langsam Frühling :-) . Die Temperaturen sind zweistellig (grade so, aber immerhin), die Tage werden wieder länger, die Sonne scheint und ich habe vorhin auf dem Heimweg ganz viele bunte Blümchen und Marienkäfer (die mag ich!) gesehen :-D .

Vorhin habe ich mein Zimmer geputzt und aufgeräumt und freue mich jetzt auf ganz viel Besuch diese Woche! :-) :-D :-)

Aber bis der kommt, hab ich heute Abend noch ein wenig Zeit, euch zu berichten, was ich hier sonst grade so mache und in den letzten Wochen gemacht habe:

- Sport:
Ich hab jetzt nämlich auch eine ganz tolle Pulsuhr, die mir beim Joggen immer sowas mitteilt wie “Beeil dich mal, du bist viel zu langsam!” oder “Cool bleiben, du bist zu schnell!”. (Also eigentlich macht sie natürlich nur unterschiedliche Pieptöne, aber mir erscheint diese Interpretation doch ganz passend.) Leider ist hier jedoch fast alles asphaltiert; deshalb sind grade nicht viel mehr als 10 km auf einmal drin…
Aber es gibt schließlich auch noch andere Sportarten… :-)

- Malen:
… zum Beispiel die Windmühle in Malmö:

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Zum Vergleich ist hier das Original:

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Nun ja… ;-) (Ich studiere schließlich Mathe und nicht Kunst, was leider auch nicht erklärt, warum meine so schief ist…)

Das hier ist Road Runner – wie man hoffentlich erkennt. ;-)

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(Das war übrigens mein erster Versuch mit Acrylfarben auf Leinwand; Ölfarben – wie bei den anderen Bildern – erschienen mir bei diesem Motiv irgendwie zu sehr nach “Stilbruch”…)

Und zuletzt zeige ich euch noch, was ich letztes Wochenende gemalt habe:

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- Lesen:
… zum Beispiel den Herrn der Ringe auf Schwedisch. Oje… das dauert… ich hab schon ‘ne ganze Seite oder so… und mittlerweile sogar begriffen, warum “hober” in meinem Wörterbuch nicht drin steht… ;-)
Außerdem hab ich jetzt außer dem ganz kleinen zweisprachigen auch noch ein großes einsprachiges Wörterbuch und jetzt könnt ihr euch sicher vorstellen, wie ich Wörter nachschlage… ;-)

- Lernen:
… zum Beispiel, was Homologie-Gruppen sind. Und dann hab ich auch gleich ganz viele davon berechnet – von einer “8″ (ha, das kenn ich, das ist ein “wedge of spheres”, sorry, eine “Einpunktverheftung von Sphären” natürlich – wer hätte gedacht, dass “wedge” eine solch offensichtliche Übersetzung hat? ;-) ), von Kugeln mit Henkeln, von Dingen, die aussehen wie der Planet Saturn mit seinen Ringen, von der Klein’schen Flasche, … Ist ja gut, ich hör ja schon auf, sonst hagelt’s wieder Kritik, weil das nur was für Insider ist (und die auch nur langweilt).

- Das hier spielen: :-D

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Naja, ich sag mal: “It’s getting better every day.” ;-)

- Urlaub planen :-)

- Fotografieren – ganz viel… alles, was mir so vor’s Objektiv kommt… vorausgesetzt ich habe die Kamera dabei… (Aber das ist doch recht häufig der Fall, seitdem ich zum Beispiel vor Weihnachten sehr bereut habe, dass ich sie nicht dabei hatte, um das grandiose Outfit eines Optimierungs-Profs zu dokumentieren: blaue Jeans, violettfarbenes Hemd im leichten Metallic-Look und dazu eine rote Krawatte mit Rentieren, Weihnachtsmännern etc. Außerdem hatte das mit dem Knoten wohl auch nicht so ganz geklappt, die Krawatte stand nämlich meistens quer, wenn er mal still stand, was aber nicht allzu häufig vorkam, weshalb die Krawatte ohnehin die meiste Zeit wild durch die Gegend flog… Okay, ich schweife ab… Zurück zum Thema… Fotografieren…)

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Irgendwie gucken manche Leute ein bisschen komisch, wenn man scheinbar jedes Schneeglöckchen einzeln in Großaufnahme ablichtet…

- und natürlich Berichte für mein Weblog schreiben :-) – ich mach mal gleich weiter!

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Winterimpressionen

Februar 26, 2007

Mittlerweile schneit es hier leider nicht mehr, die Temperaturen bewegen sich wieder im Plus-Bereich und der Schnee verschwindet langsam aber sicher wieder. Deshalb will ich jetzt, solange das Thema Schnee noch so ein bisschen aktuell ist, die Gelegenheit nutzen, euch kurz davon zu berichten und vielleicht ein wenig neidisch zu machen ;-) – zumindest all diejenigen unter euch, die nicht das Glück haben, noch irgendwo Ski fahren zu dürfen oder schon waren oder aus anderen Gründen noch viel mehr Schnee gesehen haben als ich…

Dies hier sind nur einige Impressionen aus der Nähe von Lund:

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(Okay, so richtig viel Weiß ist da grade nicht, aber Bilder, auf denen nur Schnee drauf ist, sehen ja meistens auch nicht so spannend aus… ;-) )

Interessant ist, dass hier meistens so starker Wind ist, dass der Schnee nicht einfach überall gleich hoch liegt, sondern sich bevorzugt an tiefer gelegenen Stellen sammelt, und da dann halt auch in relativ großer Menge. Das heißt von oben betrachtet sieht die Schneedecke einfach nur glatt und eben aus, selbst wenn der Boden darunter das überhaupt nicht ist. Es passiert einem (zumindest mir) also schon mal, dass man nichts ahnend über 5 cm hohen Schnee läuft und beim nächsten Schritt plötzlich bis zu den Knien oder auch noch weiter einsackt, weil man zum Beispiel eine Treppe gefunden hat (, was beim Joggen leicht zu einem Verlust des Gleichgewichts führt, der wiederum bedingt, dass man kurz darauf komplett im Schnee liegt… ;-) ).

Außerdem endete am Samstag beim Joggen mein Weg irgendwo zwischen Värpinge und Lomma in einer Art Fußgängerunterführung unerwartet vor einer 2 Meter hohen Schneewand, die ich erklimmen musste…

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Da ich jedoch keine Kamera dabei hatte, habe ich gestern einen kleinen Spaziergang unternommen und bin nochmals den ganzen weiten Weg dorthin gelaufen.
Sooooo viel Schnee lag dort: :-D

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Und wenn man schon mal eine solch tolle “Schneehöhle” antrifft, muss man sich natürlich auch reinlegen… ;-)

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(Ein Glück, dass der Schnee über mir nicht in diesem Moment runtergefallen ist, sonst hätte ich wohl ‘ne Weile gebraucht, um mich wieder frei zu graben…)

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Guckt mal, …

Februar 21, 2007

… was ich grade gemacht habe: :-D

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Zugegeben, so richtig viel Schnee ist es leider immer noch nicht, aber es schneit weiter (so ein bisschen) und auch für morgen ist wieder Schneefall gemeldet. :-)

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24978

Februar 21, 2007

Nein, das sind nicht die Lottozahlen für nächste Woche (wären ja auch zu wenig), auch nicht meine neue Lieblingszahl und auch nicht der 24. September vor etlichen Jahren.
Das ist die exakte Anzahl von Städten in Schweden. (Genau genommen ist “Städte” vielleicht nicht das richtige Wort, aber ich kenne kein besseres… Städte gehören dazu, Stadtteile nicht – glaub ich zumindest -, dafür aber kleine, ganz kleine und noch viel kleinere Orte, von denen manche nicht einmal einen Namen, sondern nur Koordinaten haben.)
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich das so genau weiß… (Oder ihr seid sowieso TSP-Profis und ahnt schon, was jetzt kommt.)

Angenommen ein Handlungsreisender, nennen wir ihn mal Willy Loman, möchte eine Reihe von Orten besuchen. Dann stellt sich natürlich die Frage: In welcher Reihenfolge macht er das am sinnvollsten? Welches ist die kürzeste Tour? Leider ist dieses Problem viel schwerer, als es so auf den ersten Blick erscheint.

Was “nette” Algorithmen angeht, gibt es nämlich im Wesentlichen drei Arten: Zunächst einmal wollen wir, dass ein Algorithmus überhaupt irgendwann endet, glücklicher sind wir allerdings, wenn er das sogar innerhalb der Lebensdauer des Universums tut, und richtig toll sind Algorithmen, die noch schneller enden… sagen wir mal, vor dem Mittagessen… (Das habe ich genau so in der Combinatorial Optimisation gelernt! ;-) )
In diesem Fall dauert naives Ausprobieren (also Durchprobieren aller Möglichkeiten) aber schon bei sehr, sehr wenigen Orten so unglaublich, unvorstellbar lange, dass die benötigte Rechenzeit die Lebensdauer des Universums weit übersteigt – und so lange will man jetzt wirklich nicht warten… Armer Willy…

Trotzdem gibt es Leute, die auf diesem Gebiet nach Rekorden jagen und mit ganz viel Rechenzeit und noch viel mehr schlauen Tricks das Problem auch für – einzelne – sehr große Beispiele gelöst haben. Und der momentane Weltrekord liegt – ihr ahnt es vielleicht schon – bei den 24978 Städten Schwedens. (Wenn man diese Tour bunt einfärbt, erhält man obendrein noch ein richtig cooles Bild :-) . – Wie krieg ich das am besten auf mein T-Shirt? Abmalen scheidet wohl aus… Schade… ;-) )
Wenn also jemand plant, durch Schweden zu reisen, und dabei einfach ALLES sehen will: Here’s what you have to do:

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(Ich befürchte allerdings, dass diese Reise auch eher zu den Dingen gehört, die nicht vor dem Mittagessen enden…)

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Combinatorial Optimisation – “I know we’re in Sweden but still…”

Februar 20, 2007

In der letzten Period habe ich am Department of Computer Science eine sehr coole (und lustige) Vorlesung über Combinatorial Optimisation gehört und das hier wird wohl auch der letzte Bericht über einen Kurs, an dem ich im letzten Semester teilgenommen habe.

Da ich mich nicht zu Beginn des Semesters angemeldet hatte, habe ich, nachdem ich rausgefunden hatte, dass es diese Vorlesung gibt, dem Prof (das ist übrigens der, den ich schon einmal in Zusammenhang mit einer Art “Adventskranz” auf seinem Kopf erwähnt habe ;-) ) eine E-Mail geschrieben und gefragt, ob ich noch mitmachen darf. (In dieser Mail – auf englisch – habe ich erwähnt, dass ich eine Austauschstudentin aus Deutschland bin.) Ich habe sehr bald eine Antwort erhalten – in perfektem Deutsch! :-) (Ich vermute, er ist Deutscher, bin aber nicht sicher…)
In einer weiteren Mail hat er mir noch mitgeteilt, dass die Vorlesung später anfängt, da er in der ersten Woche “im sonnigen Kalifornien” sein würde… (Ich habe daraufhin aus dem Fenster geguckt und mir war klar, warum er einfach nicht auf das Wort “sonnig” verzichten konnte… ;-) ) (Das also unterscheidet Lund von Berkeley… Meine Mitbewohnerin aus Kalifornien hat immer gesagt, hier in Schweden sehe es aus wie zu Hause…)

Das erste, was mir dann in der Vorlesung aufgefallen ist, ist folgendes: Die Distanz zwischen dem Prof und seiner Kaffeetasse (zumindest vermute ich, dass da Kaffee drin ist) ist nach oben allermeistens durch die Länge seines Armes beschränkt. (Auf deutsch: Er hat die Tasse eigentlich immer in der Hand.)
Ansonsten hat er uns in der ersten Vorlesung zunächst erzählt, dass die Vorlesung gut werden würde, da er ein “highly active researcher” auf diesem Gebiet ist; dann hat er seinen Kaffee (oder was auch immer in der Tasse ist) über die Fernbedienung des Beamers geschüttet (Eigentlich benutzt er die Tafel und keinen Beamer, das war nur in der ersten Vorlesung.) und uns noch erzählt, was er besonders gut kann (zum Beispiel Complexity-Zeug – aber das war nicht Teil dieses Kurses). Das nächste, was mir aufgefallen ist, ist, dass er anscheinend sehr von sich selbst überzeugt ist… ;-)

Jedenfalls war die Vorlesung inhaltlich sehr interessant (eine Mischung aus “Einführung in die Optimierung”, “Diskrete Optimierung” und “Graphen und Algorithmen”), unterhaltsam (Ich weiß jetzt, womit die US-Army – mit dem Simplex-Algorithmus optimiert – ihre Soldaten füttert…) und manchmal auch sehr aktuell (Er hat uns zum Beispiel in einer Vorlesung sein neuestes Paper vorgestellt. :-) ), der Vorlesungs- und Erklärstil recht gut, der Prof ab und zu äußerst direkt (“I have to grade your exams and I have absolutely no illussions about your average abilities.”) und immer bereit, auf seine Zuhörer einzugehen (“I know we’re in Sweden but still you can say something.”) und die Beweise… äh… nun ja… Beweise… werden doch ohnehin vollkommen überbewertet ;-) … sagen wir mal… selten… Oder genauer: Eigentlich haben wir, wenn man genau aufgepasst hat, meist alle Bruchstücke bekommen, aus denen man sich dann den Beweis basteln konnte. Es fehlte nur der Hinweis, dass man da überhaupt was beweisen muss…
Naja, sowas passiert halt, wenn Informatiker über Mathe reden… ;-) Ordentlich aufgeschriebene, vollständige Beweise und mathematische Exaktheit sucht man da eben mitunter vergebens. Stattdessen muss man sich auch mal, wenn man von einer Argumentation nicht überzeugt ist, mit einem “I promise you.” begnügen.

Ich will hier übrigens keinesfalls sagen, dass ich denke, dass dieser Professor das alles nicht beweisen kann, sondern nur, dass man, wenn man einen Sinn für die Schönheit der Mathematik hat, eben einfach nicht Informatiker wird, und er in der Informatik wohl nicht ganz falsch ist… ;-) (“I’m not a fan of neat proofs but sometimes they are just… neat…)

Ansonsten hat er im Wesentlichen an die Tafel geschrieben, was im Buch steht – nicht ohne wiederholt darauf hinzuweisen, dass er es natürlich auch ohne Buch könnte, und dass er das, was er weglässt, natürlich nicht deshalb weglässt, weil er es nicht kann… Ab und zu hat er auch etwas gesagt, was nicht im Buch steht. Das waren nicht selten die Momente, in denen man sich gut einen fiesen Ton, wie man ihn aus TV-Quiz-Shows kennt, wenn die Kandidaten falsch antworten, vorstellen konnte, und ich nicht sicher war, ob ich ihn schon wieder unterbrechen soll (denn die Schweden sagen wirklich nichts – selbst wenn er “2″ sagt und “1″ schreibt…).
Typisch für diese Vorlesung waren – sinngemäß übersetzt – zum Beispiel folgende Situationen bzw. Dialoge: “Bist du sicher, dass du nicht eigentlich [...] sagen willst?” – “Ja genau! Gut, dass mir das noch eingefallen ist!”
Einmal hat er ein Beispiel an der Tafel gelöst, dann habe ich ihn darauf hingewiesen, dass nicht stimmt, was er macht. Er hat angeschrieben, was ich gesagt habe, und etwas später gesagt: “Das ist ein leichtes Beispiel! Das konnten wir an der Tafel lösen – oder besser gesagt: Ich… mit ein klein bisschen Hilfe von euch…” ;-)
Aber manchmal hat er sogar Selbstkritik geübt; nämlich dann, wenn er – in jeder Vorlesung – erwähnt hat, dass seine Schrift heute besonders unleserlich ist… ;-)

So… und jetzt endet dieser Post genauso abrupt, wie die Vorlesungen das immer getan haben – zum Beispiel mit den Worten “And now I will leave you with the unhappy void that this causes in your heart. See you next Wednesday.” (und etwa zwei Sekunden später war der Professor auch schon verschwunden).

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Zehn Tage Deutschland, ein Seminar und noch ganz viel Anderes

Februar 18, 2007

Bis gestern war ich – zum vorerst letzten mal vor Juni – noch einmal zehn Tage in Deutschland.
Dort habe ich auch an einem tollen Blockseminar über kombinatorische Geometrie teilgenommen und einen Vortrag über Bergman-Komplexe, Graph-Assoziaeder und Coxeter-Systeme gehalten. (Keine Sorge, ich werde hier nicht näher darauf eingehen, ich wollte bloß die tollen Namen mal erwähnen…) Ich hatte sehr viel Spaß und ganz tolle Polytope ;-)

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… und habe einiges gelernt – zum Beispiel auch, warum man sich überhaupt mit solchen Dingen beschäftigt. (Das Ende des letzten Satzes hat – wie dieser hier auch – vor allem das Ziel, jetzt irgendwie – zugegebenermaßen recht unkreativ – dazu überzuleiten, wie Prof. Joswig diese Erklärungen eingeleitet hat, und den besten Spruch dieses Vormittags zitieren zu können: “Es ist nicht so, dass drei durchgeknallte Geometer sich überlegt haben: ‘Was beweisen wir am Sonntagnachmittag.’” ;-) )

Ansonsten habe ich in den letzten zehn Tagen unter anderem einen schönen Abend mit Nora, Simone und Undine, die ich alle ganz lange nicht gesehen hatte, im “Journal” in Umstadt verbracht, bin mehrmals im Regen Roller gefahren und fast erfroren (das habe ich in Schweden bisher nicht vermisst), bin kläglich daran gescheitert, den Alkohol für Markus zu kaufen (Kahlua gab’s nirgends, billigen Wodka hab ich gefunden und ich bin gespannt, wie der ihm gefallen wird – die Vorhersagen stehen eher nicht so gut… ;-) ) und war auf Nicoles Geburtstagsparty. (Wer Nicole kennt, weiß, warum’s da toll war – und vor allem lecker :-D .)

Den gestrigen Tag habe ich dann im Wesentlichen damit zugebracht, mit dem Zug wieder zurück nach Lund zu fahren – diesmal nicht mit dem Nachtzug, sondern tagsüber und ziemlich genau die Strecke, die Markus und ich im August mit dem Auto gefahren sind. Der Zug ist sogar auf die Fähre gefahren – und so sieht es aus, wenn ein Zug auf einem Schiff steht:

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Aber auch im Travel-Shop, den ich auf der Fähre eher zufällig gefunden habe und in dem sich riesige Menschenmengen auf ein recht großes Angebot an Alkohol stürzten, habe ich Markus’ Kahlua nicht gefunden…

Jetzt bin ich wieder hier und habe zwar keinen Kahlua, aber etwas Anderes, ganz Tolles und Besonderes aus Deutschland mitgebracht: Ein richtiges Brot, an dem ich mich jetzt noch einige Tage freuen kann :-D . (Danach muss ich wohl wieder auf das schwedische zurückgreifen. Das beste, das ich bisher gefunden habe, hat fast – aber doch nicht ganz – die Konsistenz von deutschem Brot und schmeckt ein bisschen nach gar nichts…)

Ach ja… mir hat jemand (der Name fängt mit “H” an, hört mit “elmi” auf und ist übrigens auch ein – seltener – schwedischer Frauenname ;-) ) gesagt, ich solle, wenn ich schon von zu Hause berichte, auch etwas über unsere Studienberatung in Darmstadt schreiben. Okay, dann mach ich das jetzt: Helmi ist ganz toll, weiß ganz viel und ist der beste Studienberater (Studienbär), den es gibt. :-)

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Dundee, Edinburgh und der weiße Doktor

Januar 31, 2007

Wie gut, dass es die Vorlesung mit dem tollen Titel “Artificiell Intelligens” gibt! Ich hatte – nachdem die letzten Informatik-Vorlesungen, die ich gehört habe, ausnahmslos sehr gut waren – fast vergessen, warum ich Informatik generell eher doof finde… ;-)
Es geht, wie der Name schon vermuten lässt, um künstliche Intelligenz und die Vorlesung hat einfach alles, was für mich schon “Introduction to Computer Science I” im ersten Semester so unvergesslich gemacht hat. (Okay, bei ICS hätte ich sogar gesagt, dass die künstliche Intelligenz von Veranstalterseite die einzige gewesen wäre, hier bin ich mir – nach erst drei Vorlesungen – noch nicht sicher… ;-) )
Dennoch erscheinen mir die Menschen, die die Vorlesung halten (ja genau, es sind mehrere), wie die Leute, die immer noch einer Idee nachjagen, die am Anfang (in diesem Fall vor etwa 50 Jahren) mal vielversprechend klang, sich aber mittlerweile schon lange als etwas anderes herausgestellt hat.
Außerdem scheint mir, als haben diese Leute eigentlich auch gar nicht so viel zu sagen, was natürlich auch daran liegen könnte, dass die Vorlesung – fast immer – auf Schwedisch ist und ich nicht alles verstehe.
Jedenfalls ist noch nicht viel anderes passiert, als dass am Anfang eine ganze Weile über Definition und Sinn von (vor allem künstlicher) Intelligenz philosophiert (“Was denken Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?” – Sorry, das kam natürlich nicht vor, aber es fiel mir grade ein… ;-) ), diese Philosophie dann kategorisiert und administrativer Blödsinn (Informatiker halt!) erläutert wurde. Ansonsten ging einige Male plötzlich das Licht aus, ein merkwürdiges Geräusch an oder die Jalousien automatisch zu. Die Professoren müssen dann immer aus dem Raum gehen, neben der Tür eine Karte durch einen Kartenleser schieben und ihre PIN-Nummer eingeben; dann wird alles gut und sie haben an ihrem Kontrollpult wieder die Macht über alles im Hörsaal. Ach ja… und falls sie auf dem Rückweg zum Pult vergessen haben, die Tür zu schließen, wird das gleich auch noch per Knopfdruck am Pult erledigt… Soviel zu den Merkwürdigkeiten des Informatikgebäudes…

In der heutigen Vorlesung ging es darum, wie man KI für Spiele einsetzt (Schachcomputer, etc.) – theoretisch… Tatsächlich hat ein Professor, der passend zum Thema eine Krawatte mit einem durchaus stylischen Schachmotiv trug (also das Motiv fand ich künstlerisch sehr gelungen, als Krawatte wirkte es irgendwie merkwürdig), uns zunächst einige Schachregeln und -strategien, dann Go, Kalah, Backgammon, … erklärte, um schließlich genauestens auf das Dame-Spiel einzugehen, auf das sich dann auch die zweite Hälfte der Vorlesung im Wesentlichen beschränkte. Wer hätte gedacht, dass die American Checkers Association (oder wie auch immer die heißt) mit recht antiquierten Regeln und weißen und roten(!) Steinen auf einem Brett in den Farben grün und “buff” (was auch immer das ist) spielt? Außerdem wusste ich auch nicht, dass jeder der sieben möglichen Eröffnungzüge einen Namen hat (Da gibt es zum Beispiel “Dundee” – aber damit hat man schon fast verloren -, “Edinburgh” – spielt doch niemand! – und natürlich “Old Faithful”.), und schon gar nicht, wo dieser Name herrührt.
Im Rest der Vorlesung haben wir ihm eine ganze Weile dabei zugeschaut, wie er gegen sich selbst Dame spielt und uns verschiedene – ewig lange – Strategien vorstellt. Eine Eröffnungstrategie, die ihm wohl besonders gut gefällt, ist “The White Doctor” (“Vita Doktoren”). Leider hab ich schon wieder vollkommen vergessen, wie sie geht. (Eigentlich wollte ich es mir auch gar nicht merken – ich war viel zu beschäftigt mit Fragen wie “Was mache ich hier?“, “Was macht er da?“, “Wer denkt sich die bescheuerten Namen aus?” , “Gegen wen spielt Deutschland im Achtelfinale?” – ach nee, die ist alt -, “Wie krank muss man sein, um sowas zu können?” …)

Ich habe es einmal gesagt und ich werde es wieder sagen: DIE SPINNEN, DIE INFEN!!!

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Differential Geometry – Vorrechenübungen sind… *grrrrr*

Januar 26, 2007

Die Vorlesung “Differential Geometry” bei unserem Koordinator Sigmundur bot neben einigen unterhaltungstechnischen Highlights insbesondere eine ganz tolle Art von Vorrechenübungen.
Sigmundur kommt übrigens aus Island, spricht Isländisch, Schwedisch, Dänisch, Englisch und Deutsch und hat mir letztens erzählt, dass es im Isländischen 16(!!!) verschiedene Deklinationsformen des Wortes “Katze” gibt… und ist irgendwie auch ‘ne Pappnase. ;-)

Das Vorrechnen sieht bei ihm folgendermaßen aus:

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Es gibt noch eine Wand mit genauso vielen Tafeln; insgesamt schreiben also etwa acht Leute gleichzeit ihre Lösungen an, die danach der Reihe nach kurz vorgestellt werden, und der, der da unten links im Bild die Beine hoch gelegt hat, ist der Professor…

Ansonsten ist zu dieser Vorlesung zu sagen, dass Sigmundur recht viele Geschichten erzählt, versucht, sehr, sehr anschaulich zu erklären (zum Beispiel an seinem Bauch!!! Das war super-lustig! :-D Ob er am Bauchnabel wohl differenzierbar ist?), will, dass man ihn unterbricht und Fragen stellt (In der ersten Vorlesung hat er sogar Geld geboten für den, der die erste Frage stellt… ;-) ), selbst seine Zuhörer anspricht (“What do you think about this?”, “You look as if you have a question!”, … – Diese Art von Vorlesungsstil finde ich ja prizipiell super, noch besser finde ich sie allerdings, wenn es Professoren auch noch gelingt, auf Fragen wirklich einzugehen…) und manchmal einfach unglaublich viel Tafel verdeckt ;-) (Als er irgendwann sagte “If I were a little insect sitting on this surface…” fiel mir nur ein “Dann könnten wir immerhin die Tafel sehen.”).

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