
Warum Schweden?
Der Schweden-Koordinator des Fachbereichs Mathematik in Darmstadt hat nach einem 20-minütigen Auswahlgespräch meine Gründe für Schweden folgendermaßen zusammen gefasst: “Also an Fremdsprachen haben Sie außer Englisch nichts zu bieten. Alles andere außer Schweden ist entweder zu langweilig oder zu weit weg.” (Einerseits habe ich in diesem Moment etwas verstanden, was mir mein Geschi-Lehrer in der Oberstufe zwei Jahre lang vergeblich erklären wollte: Manchmal kommt es vielleicht wirklich nicht ganz so gut an, etwas auf das absolut Wesentlichste zu reduzieren… Andererseits war ich überrascht, dass ich so gut finde, wenn Leute direkt sind, dass mich das gar nicht stört…
) Dann fügte er noch hinzu: “Ich mein das jetzt vollkommen wertfrei.”
Naja, was die Sprache angeht, hat er ja Recht. (Latein spricht man halt nirgends…)
Den Rest hatte ich zwar nicht gesagt, aber ganz falsch war’s ja auch nicht…
Was mich wirklich dazu bewogen hat, gerade nach Schweden zu gehen, weiß ich eigentlich nicht so ganz genau. Es war einfach von Anfang an klar, dass ich ein Auslandsjahr machen wollte. Irgendwie irgendwann tauchte Schweden so als Idee auf und ging nicht mehr weg…
Was ich an Schweden toll finde, ist zum einen, dass es hier eben englische Vorlesungen gibt und ich trotzdem noch eine andere Sprache lernen kann.
Zum anderen finde ich Skandinavien – vor allem landschaftlich – superschön. Schweden ist ein riesiges Land (1,5 mal so groß wie Deutschland) – im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl (ca. 9 Millionen) und in Schweden gibt es einfach diese Gegenden, in denen man hunderte von Kilometern nichts findet als Berge, Wälder, Natur, …, Elche
(ich sag das hier nur, weil mich so viele Schweden gefragt haben, warum so viele Deutsche bei Schweden zuerst an Elche denken), … Grade hier in Lund ist das natürlich nicht ganz so, aber auch der “dichtbesiedelte Süden” ist eigentlich eher leer…
Solche Dinge sind, was mich an Schweden am meisten fasziniert! (Ich hoffe so ein wenig, dass das auch gemeint war mit dem “zu langweilig”-Part.)
Außerdem finde ich in Schweden lustig, dass eben nicht (wie in Deutschland) alles in die Landessprache übersetzt wird. Filme im Fernsehen kommen meistens in der Originalsprache (das heißt fast immer englisch, aber ich hab auch zum Beispiel irgendwann “Das Wunder von Bern” auf deutsch gesehen) und auch beim Einkaufen kann man jede Menge unterschiedliche Sprachen sehen. (Manche Dinge sind auf deutsch beschriftet, andere englisch, einige natürlich schwedisch, norwegisch, finnisch, dänisch und isländisch, aber es kommt auch vor, dass man mal was findet, das nur in tschechisch, ungarisch und polnisch beschriftet ist…
)