… oder “Fantastisk Filmfestival” oder “Manches hat einfach keinen Applaus verdient” oder…
Für den gestrigen Abend fallen mir einfach zu viele Überschriften ein. Aber am besten fange ich mal vorne an:
In Lund ist zur Zeit (schon seit einer Woche und noch bis heute Abend) das “Fantastisk Filmfestival”. (Ich denke, das bedarf keiner Übersetzung
.)
Hier werden viele verschiedene Filme aus vielen verschiedenen Ländern gezeigt. Ich war gestern mit einigen anderen in einer Vorstellung mit dem Titel “Kortfilmspass 2″ (Auch das bedarf wohl keiner Übersetzung
.) – und das war es auch. Es wurden insgesamt 18 verschiedene Kurzfilme mit Längen zwischen zwei und 17 Minuten gezeigt. Bei manchen war der Macher sogar selbst anwesend und hat etwas zu seinem Werk erzählt. (Naja, “erzählt” ist übertrieben… Sinngemäß war’s in etwa: So, jetzt kommt mein Film, schaut ihn euch an…) Außerdem bekam man am Eingang einen Zettel, um alle Filme zu bewerten (mit Noten von 1 bis 5 – 5 ist toll, 1 ist doof) und auch eine DVD, auf der einer der gezeigten Filme drauf ist. Aber dazu werd ich später noch etwas schreiben…
So… und hier nun einige High- und Lowlights oder einfach das, woran ich mich noch erinnere…
Angefangen hat’s – wie bei Filmfestivals üblich – mit dem Vorfilm: “Mad World”, einem englischen Kurzfilm, zu dem mir jetzt nicht so viel einfällt…
Es gab auch zwei deutsche Filme und die Autorin des einen war selbst anwesend. Der Film hieß “For his sake”. Es ging um eine Frau, die in eine Wohnung zieht, und einen Mann, der in der Wohnung darüber wohnt. Dann geschehen merkwürdige Dinge oder eigentlich auch nicht, zumindest kamen unheimliche Musik und ein paar ungewöhnliche Kameraeinstellungen, dann ist die Frau irgendwann plötzlich einfach verschwunden und, wenn man genau hingeguckt hat, sah man jede Menge Fragezeichen um meinen Kopf schwirren…
Der zweite deutsche Film hieß “7 1/2 Frauen” und spielte in einem langen, blauen Gang. Protagonist war ein in etwas, das wie weiße Bettlaken aussah, gehüllter Mann. Die Handlung war, dass eine Reihe (ich habe sechs gezählt) von nackten Frauen seinen Gang betreten, sagen “Ich habe meinen Schlüssel verloren. Darf ich ihre Toilette benutzen?” und dann etwas später von ihm mit einem Spaten niedergeknüppelt werden (ohne das man Blut sieht!!), um den Gang für die nächste frei zu machen. Ach ja… und eine Gans kam auch vor… und ganz am Ende kam auf den – nun völlig verstörten – Mann ein Ei zugerollt. Darin war ein Schlüssel… Noch mehr Fragezeichen… Aber irgendwie ganz nett – und vor allem anders… 
Leider enthielten die Beschreibungen der Filme keine wertvollen Hinweise zur Interpretation mancher, sehr künstlerischer, doch eher schwer verständlicher und interpretationsbedürftiger Beiträge, sondern lediglich teilweise Inhaltsangaben.
Dann war da natürlich die erwähnte Killer-Pizza in einem Film aus Uruquay mit dem vielversprechenden Titel “Romeo vs the Assassin Lisergic Mozarella”: Ein offensichtlich videospielsüchtiger Junge findet eine Pizza vor der Tür zu seinem Appartment. Als er die Schachtel öffnet, beißt sie ihm die Hand ab und dann hat die zunächst harmlos anmutende Mozarella-Pizza plötzlich zwei große, runde Glubschaugen. Was folgt, ist sein Versuch, den Teigklumpen wieder los zu werden und im Wesentlichen einfach nur eklig.
Und wo wir gerade beim Thema “eklig” sind: Es kam noch schlimmer! Der englische Film “Deadly Tantrum”, den wir übrigens auf DVD geschenkt bekommen hatten, war wirklich nur noch ein sinnloses Gemetzel mit sehr viel Blut. (Aber dieser DVD werde ich noch einen eigenen Eintrag widmen; coming soon
)
Nachdem wir die Kategorien “tanzende Fragezeichen” und “viel Blut und viel eklig” erledigt haben, kommen wir jetzt zu den besseren Filmen des Abends. 
Ganz lustig fand ich den nur zwei Minuten langen, englischen Film “The last place you look”, in dem es um genau das geht, was der Name schon vermuten lässt. Man sucht etwas und es befindet sich natürlich genau dort, wo man zuletzt guckt. (Die meisten werden dem uneingeschränkt zustimmen, ich halte es für eine eher triviale Tatsache. Schließlich sucht man meist nicht mehr weiter, wenn man gefunden hat, wonach man suchte…) Der Hauptdarsteller stellt seine gesamte Wohnung auf den Kopf – ohne Erfolg. Am Ende fällt sein Blick auf das Sofa, er zieht alle möglichen Gegenstände heraus und kriecht dann selbst fast komplett hinein. Darin findet er sich anscheinend im Reich aller verschwundenen und nicht wiedergefundenen Dinge wieder. Ihm fällt alles Mögliche in die Hände – verschollene Gemälde, eine Karte der versunkenen Stadt Atlantis, der Sinn des Lebens, der heilige Gral, … aber nichts davon interessiert ihn. Schließlich sieht man ihn wieder aus dem Sofa herauskriechen und er hat gefunden, was er gesucht hat: Die Fernbedienung…
(Müßig zu erwähnen, dass es sich beim Hauptdarsteller um einen Mann handelt…
)
Auch ganz nett war der Film “Dupe”. Es geht um Adam, der superfaul ist und deshalb bei eBay eine Klonmaschine kauft, um seinen Klon den Abwasch erledigen zu lassen. Dieser Klon hat allerdings eine bessere Idee, oder genau genommen: die gleiche. Leider ist der zweite Klon nicht weniger faul…
Als der echte Adam am nächsten Tag von der Arbeit nach Hause kommt, ist die Wohnung voll mit Adams. Denn die beiden anderen dachten, ein paar weitere könnten nicht schaden, um beim Aufräumen zu helfen. Als Adam das nächste mal nach Hause kommt, vergnügt sich seine Freundin gerade mit einem anderen Adam – das heißt bei genauerem Hinsehen vergnügen sich viele Freundinnen mit vielen Adams, von denen einer den “echten” auch gleich darauf hinweist, dass er sich doch eine eigene Freundin besorgen solle – schließlich machen die Jungs grad noch ein paar mehr
. Die Geschichte endet damit, dass man den echten Adam auf der einen Seite der Wohnungstür stehen sieht und die anderen auf der anderen. Der echte entschuldigt sich, dass er in letzter Zeit nicht ganz er selbst war, und schließlich schließt sich die Tür. Es fällt wohl nicht schwer, zu erraten, wer auf welcher Seite steht…
Ein anderer recht guter Film war ein französischer, computeranimierter Film mit dem Titel “Mr Schwarz, …” (und noch zwei andere Namen, die ich vergessen habe).
Außerdem gab es noch einige weitere Filme, von denen manche ganz nett oder zumindest ganz lustig waren. Aber ich will euch ja hier nicht mit Filmkritiken langweilen (zu spät?? sorry…) und komme demnächst mal bald zum Ende…
Den Abschluss bildete ein weiterer guter und vor allem auch nachdenklich stimmender Film: “The Un-Gone”. Es geht um eine ganz neue Art zu reisen: Das Beamen! So wie “Beam mich rauf, Scotty.”, nur halt kommerziell und für jedermann. Die physikalische Idee dahinter ist, dass der Körper, der gebeamt werden soll, gescannt, am Bestimmungsort neu zusammengesetzt und am Ausgangsort zerstört wird. Leider funktioniert diese Dematerialisierung im Falle unseres Protagonisten nicht. Nun ja, das ist ein kleiner Ausnahmefehler. Es kann schließlich nicht dieselbe Person zweimal geben, also muss die am Ausgangsort zurückgebliebene – ohne größeres Aufsehen zu erregen – beseitigt werden. Aber darauf ist man dort vorbereitet, und nach einer kurzen Erklärung wird das auch schnell erledigt…
Alles in allem war das Ganze eine sehr interessante Vorstellung. Schade nur, dass ich “Kortfilmspass 1″ verpasst habe…